Hotel Westin in der Elbphilharmonie

Die „Elphie“
Mit der Elbphilharmonie ist die Stadt Hamburg weltweit bekannt geworden. Einen Spitznamen hat sie schon von den Hamburgern erhalten, sie wird liebevoll „Elphi“ genannt, denn die Hamburger sind stolz auf sie, keiner denkt mehr an die Kosten.

Elbphilharmonie
Die Elbphilharmonie ist ein markantes Gebäude, das wie eine Welle aus dem Hafen in Hamburg aufragt. Wo heute die Elbphilharmonie steht, waren früher Weideflächen.1875 der Kaispeicher A von Johannes Dallmann gebaut, der von den Hamburgern „Kaiserspeicher“ genannt wurde. Er tat lange seinen Dienst bis er 1963 gesprengt wurde. Dann wurde der Kaispeicher A aus roten Backsteinen gebaut, in ihm wurden Kakao, Kaffee, Tee und Gewürze gelagert. Doch durch die Umstellung auf Stückgutverlagerung stand der Speicher seit 1990 leer.

Hotel Westin in der Elbphilharmonie
Wer die Besichtigung der Elbphilharmonie perfekt machen möchte, der steigt im Westin ab. Vom Zugang des Hotels geht es mit dem Aufzug zur Lobby und Rezeption in den achten Stock. Im Zimmer wird wie von Geisterhand die Gardine geöffnet und gibt einen atemberaubenden Blick durch die Panoramascheibe frei, die sich über die ganze Zimmerseite erstreckt. Das Zentrum Hamburgs, die Hafencity, die Elbe, Schiffe und Kräne sind durch die gebauchte Panoramascheibe mit einem kleinen Fenster zum Öffnen zu sehen. So kommen frische Luft und die Geräusche des Hafens in das Hotelzimmer. Die Abendstimmung bringt ein besonderes Spiel des Lichts auf den Hafenanlagen heraus. Schiffe und Kräne sind ständig in Bewegung. Die Szenerie ist immer wieder neu und eindrucksvoll.

Die Natur gibt die Farben vor
Das Design im Hotel spiegelt die Farben von Himmel, Wasser, Erde und Sand wider. Das Holz ist gelaugte Eiche, die Sitzmöbel sind sandfarben, alles ist gradlinig, klar und schlicht und vor allem ohne Schnörkel. Der Luxus ist hier eher hintergründig, aber doch überall spürbar.

Bar und Lobby zum Chillen
Die Bar im achten Stock hat den Namen „The Bridge Bar“ erhalten, weil sie so hoch wie die Brücke eines Kreuzfahrt- oder Containerschiffes ist. Die Schiffe fahren so nahe vorbei, da hat man das Gefühl, man könnte dem Kapitän die Hand geben. An einem Fensterplatz in der Bar ist es ideal, den Sonnenuntergang mit einem Drink oder einem Glas Champagner zu Austern, zu beobachten. Die Highlights der Bar-Karte sind die in Eichenfässern gereiften Drinks, die mit ihrer Würze einen besonderen Genuss garantieren. Die gesamte Bar-Karte spiegelt den Hamburger Hafen und seine internationalen Handelsbeziehungen wider. Die bodentiefen Fenster bieten in 37 Metern Höhe einen unvergleichlichen Panoramablick auf das Weltkulturerbe der Hamburger Speicherstadt, die 1883 bis 1920 gebaut wurde. Das ist wohl einer der schönsten Blicke in Hamburg. Die Lobby „Plaza Foyer“ ist groß und hell, hier kann man immer mit einem Cappuccino entspannen und die Besucher auf der Außenplaza beobachten.

„The Saffron“, das Restaurant – Gewürze sind das Thema
Im Restaurant „The Saffron“ spürt man noch den Hauch der Geschichte. Vor knapp 150 Jahren wurden im historischen Speicher Kakao, Kaffee, Tee und Gewürze gelagert. Man riecht förmlich noch die damals gelagerten Gewürze. Heute spiegeln sich die Farben der Gewürze in der Dekoration wider. Vorbild für die Lampen waren die Hummerkörbe der Fischer, die braunen Säulen erinnern an verrostete Kräne im Hafen und die Fenster erinnern an Schiffsluken. Der Start ist ein Riesling-Sekt aus Rheinhessen. Krustenbrot mit Olivenöl, Himalaya-Salz, geräuchertes Salz und Fleur de Sel folgen. Die Vorspeise ist hausgeräucherte Makrele mit Rettich und Algen. Als Hauptgang wird eine zarte Lammschulter in Beaujolais geschmort und mit Graupen-Risotto serviert. Als Nachtisch folgt eine Nordische Käseauswahl.

Ein österreichischer Chefkoch, der das Meer liebt
Der Chefkoch Martin Kirchgasser ist Österreicher, er kombiniert aufs Feinste die hanseatische mit der österreichischen Küche. Hier sollte man einen Platz zum Essen vor einem Konzert in der Elbphilharmonie reservieren. Er liebt es, mit frischen Gewürzen aus der ganzen Welt aromatische Speisen zu kreieren. Schon als Kind hat er seiner Mutter beim Kochen geholfen. Seine Eltern hatten einen Bauernhof und erzeugten zum größten Teil ihre Nahrungsmittel selbst. Nach seiner Ausbildung in Österreich sammelte er Erfahrungen im Restaurant Königshof und im Hotel Park Hilton in München. Weitere Stationen waren „La Pergola“ in Rom, ein Fine Dining Restaurant Columbus in Jakarta und Royal Orchid Sheraton Hotels in Bangkok. In Asien erlernte er die Gewürzsymphonie der asiatischen Küche. So lässt er sich heute von Safran, Senfpulver, schwarzem und rotem Pfeffer, Zimt, Nelken, Kardamon, Chili und Zitronengras inspirieren. Martin Kirchgasser zog es jedoch wieder zurück nach Europa, zuerst nach Griechenland ins Athener Hotel Grande Bretagne und ins Costa Navarino Resorts und doch anschließend nach Ägypten ins Sheraton Baku und im Westin Soma Bay Golf Resort & Spa. Er ist vor allem ein leidenschaftlicher Koch und das schmeckt man in Hamburg im Restaurant „The Saffron“ auch. „Unser Anspruch ist, unseren Gästen eine Kulinarik zu bieten, die Körper, Geist und Seele gleichermaßen erfüllt“, beschreibt Kirchgasser seine Art zu kochen. Es ist gut, dass er als Österreicher Wellen, Wasser und Wind mag, um so die Gäste im Westin in Hamburg mit kreativen Kompositionen zu verwöhnen.

Sauna mit Möwenbeobachtung
Zur Entspannung geht es in den „Elb Spa“ im siebten Stock, der im historischen Backsteinspeicher untergebracht ist. Es gibt eine finnische Sauna, eine Biosauna, ein Dampfbad, einen Teer- und Ruheraum mit einem großen Balkon. Das Schwimmbad ist groß genug, um ein paar Bahnen zu schwimmen. Es ist cool, im Ruheraum zu entspannen und den Flug der Möwen zu beobachten oder einem großen Schiff nachzusehen, das mit einem Pilotschiff aus dem Hafen gelotst wird.

Generalmanagerin
Dagmar Zechmann, die General Managerin des Westin in Hamburg in der Elbphilharmonie, kann auf 30 Jahre Erfahrung in der Branche in Starwood Hotels & Resorts zurückblicken. Zuletzt leitete sie das Le Méridien in München. Sie hatte eine gute Idee für den Start des Hotels: Die erste Nacht im Hotel hat sie den Hamburgern per Verlosung geschenkt. Das Hotel ist nicht nur für Gäste gedacht, die Hamburg besuchen, sondern es soll in erster Linie für die Hamburger da sein. Das außerordentliche Gebäude nutzen Hamburger für Hochzeiten, Geburtstagsfeiern und für Heiratsanträge, bisher haben alle ja gesagt. „Es ist erstaunlich, jeder fünfte Gast im Hotel Westin war ein Hamburger“, erklärt Dagmar Zechmann.

Architektur
Die Architekten der Elbphilharmonie sind Jacques Herzog und Pierre de Meuron aus der Schweiz. Die Aufgabe war nicht leicht: Die Außenmauern des historischen Kaispeichers sollten stehen bleiben und die Fassade muss dem Wind und Wetter Hamburgs trotzen. Jacques Herzog hat mit einem Kuli den Backsteinspeicher skizziert und darauf Wellen gekritzelt, das war der Entwurf für die Elbphilharmonie. Diese innovative Architektur mit einer neuen Form wurde erst anschließend von der Statik und Bauart möglich gemacht. Der Kaispeicher musste entkernt werden, nur die denkmalgeschützte Fassade und Teile der Fundamente blieben erhalten. Der gläserne Aufbau steht auf 428 Stahlfedern, die auf 1745 Pfählen lagern, die tief in den Erdboden gerammt sind. Fast zehn Jahre hat der Bau gedauert. Und zehn Mal mehr als veranschlagt hat der Bau gekostet, es gab eine Kostenexplosion auf fast 800 Millionen Euro. Nach Stillstand und Streit konnte die Elbphilharmonie endlich im Januar 2017 eröffnet werden. Das 110 Meter hohe Gebäude schließt mit Wellen ab, die das Haus so einzigartig machen. Das Dach ist nach innen gesenkt und mit schimmernden Pailletten bedeckt, die wie Eisschollen aussehen. Die Fassade besteht aus 2200 einzelnen Glasplatten; eine kostet mit Beschichtungen 20.000 Euro. Sie sind stark genug gegen das Wetter im Hamburger Hafen mit Orkan und Sonne. Die Fensterscheiben sind zum größten Teil gebaucht und sie sind gepixelt, damit sich das Glas nicht aufheizt. In der Mitte der Fensterscheibe ist ein Oval für den ultimativen Ausblick auf Hamburg und den Hafen frei gelassen.

Fazit
Nach einem Besuch versteht man, warum die Kosten für die Elbphilharmonie so hoch wurden. So etwas hat es noch nie gegeben, das muss man sich ansehen. Es hat sich gelohnt, Hamburg hat ein neues Wahrzeichen erhalten. Also: Ende gut, alles gut.

Kontakt
Hamburg Tourismus, www.hamburgtourismus.de, www.hamburg-tourismus.de
Elbphilharmonie, www.elbphilharmonie.de
Westin Hotel Hamburg in der Elbphilharmonie, www.westinhamburg.com

Über den Autor

Gabi Dräger

Wo findet man Gabriele Dräger in den Bergen? Natürlich in einer Alm bei einer Brotzeit., denn Almen mit guter Küche ziehen sie magisch an. Gipfel nimmt sie auch hin und wieder mit. So hat sie einige 5.000er beim Trekking in Süd Amerika und Nepal, bestiegen. Ihre Hochleistung war der Kilimandscharo mit 5.895 Meter. Kultur und Brauchtum faszinieren sie genauso, wie Städte und Kunstausstellungen. Obwohl sie gerne in urigen Berghütten übernachtet ist sie dem Luxus von guten Hotels nicht abgeneigt.