Hollerhöfe – Der Charme vieler winziger Bauernhöfe

Hollerhöfe – Der Charme vieler winziger Bauernhöfe - Wälder, Wiesen, Felder eine Burgruine und ein Hotel aus vielen kleinen Bauernhöfen - (c) Gabi Dräger

Waldeck liegt in der Oberpfalz mitten in Deutschland. Die Region ist anders, sie hat eine ursprüngliche Natur, ist echt, erdig und vor allem ruhig.

Ankommen in den Hollerhöfen in Waldeck in der Oberpfalz und auf der Terrasse im Schatten der Sonnenschirme einen Cappuccino trinken. Hier fühlt man sich wohl, man kann sofort in die Ruhe eintauchen. Wildrosen wachsen neben der Terrasse. Falken, die gerade flügge wurden, unternehmen ihre ersten Flugversuche, bei den Nachbarn gegenüber.

Abhängen in der Idylle
Abhängen in der Hängematte auf der großen Wiese der Hollerhöfe, die frische Luft genießen und die Idylle aufnehmen. Die schwarz-weiße Hollerhof-Katze Manschki streift über die Wiese. Das Wiehern der Pferde, die zu den Hollerhöfen gehören, ist hin und wieder zu hören. Schwalben, die im Pferdestall nisten, fliegen auf der Suche nach Insekten hoch in der Luft und ein Storch zieht am Himmel gemächlich seine Kreise. Hühnergackern trägt der Wind manchmal von den Nachbarn herüber. Zu all der Idylle schweift der Blick in das Grün der Bäume, das total beruhigend ist.

Frühstück in den Hollerhöfen
Für ein kräftiges Frühstück ist alles auf dem Büffet wie Vollkornsemmel, Brot, Rührei, Lachs, Schinken, Wurst, Käse, Marmelade, Müsli, Joghurt, Obst und auch Kuchen. Es gibt auch Brezn, denn die Oberpfalz ist ja noch in Bayern. So kann der Tag beginnen.

Hollerhöfe – wie alles begann
Elisabeth Zintl ist mit Leonhard Zintl verheiratet, hat zwei Söhne und eine Tochter.  Bevor sie Hotelfachfrau, Küchenmeisterin und Diätköchin gelernt hat, hat sie zehn Jahre in einer Bank gearbeitet und auch eine Zweigstelle geleitet. Sie hat von ihren Eltern die Tradition und das Vermächtnis der Gastronomie übernommen. Im Laufe der Zeit hat Elisabeth Zintl den Leerstand der kleinen Bauernhöfe im Dorf aufgekauft, in moderne Hotelzimmer mit Naturmaterialien verwandelt und den Denkmalschutz dabei berücksichtigt. Manche der Häuser sind noch aus dem 18. Jahrhundert.  Die neuen Hotelzimmer sind nur ein paar Gehminuten vom zentralen Hotel entfernt. Die Scheunen wurden in holzgetäfelte Event- und Tagungsräume umgebaut. Es gibt auch eine große Erlebnis-Hollerküche für Kräuter-Kochworkshops. In einem Haus wurde eine Räucherküche mit einer total verrußten Decke vollständig erhalten, der Geruch nach geräuchertem Schinken hängt sogar noch in der Luft.

Holunder tut Wunder
Das Thema der Hollerhöfe ist wie der Name schon sagt der Holler oder Holunder. 800 Holunderbüsche gehören zu den Hollerhöfen. Die kleinen weißen Blüten an den Strauben werden im Frühling für Hollersirup, Marmelade, Hollersecco, Holleressig und Ginholla, ein Gin-Holunderblütenlikör, per Hand geerntet. Ein Teil der Blüten wird getrocknet und später verarbeitet. Im Spätsommer werden die dunkelroten Beeren geerntet, die sollte man nicht roh essen, denn sie können Durchfall verursachen. Gekocht sind die Hollerbeeren gut für den Kreislauf, Erkältung und die Haut. Früher dienten die Blätter und Blüten des Holunders als Schutz vor Hexerei und bösem Zauber, heute wird die Heilwirkung und der Genuss des Holunders mehr geschätzt.

Holunder in der Küche
Salat mit Pute, Kräutern und Holunder-Dressing. Auf dem Tellerrand liegen getrockneter Lavendel, Rosenblätter und Kornblumen, die man auch essen kann.
So kommt der frische Duft der Natur auf den Teller. Dazu schmeckt ein Hollersirup oder ein rosefarbener Hollersecco.

Grillbüffet in den Hollerhöfen
In der großen Feuerschüssel im Freien lodert in der Mitte das offene Feuer und der breite Rand ist mit Fleisch, Würsten und Gemüse dicht zum Grillen belegt. Ein Lagerfeuergefühl kommt auf und der laue Sommerabend sorgt für eine gute Stimmung. Vier Musiker spielen österreichische und bayerische Lieder und auch ein paar alte Schlager zum Mitsummen. Gäste und Einheimische treffen sich zum großen Grillbüffet. Der Grillmeister gibt das Büfett frei: verschiedene Würste, Schnitzel „natur“, mit Honig oder Paprika bestrichen, Lachs, Sparerips und Gemüsespieße sind fertig. Dazu gibt es Quark mit Kräutern, Salate mit Tomaten, Karotten, Rettichen. Ein großes Saucenangebot macht einem die Auswahl schwer. Es ist herrlich, die Köstlichkeiten unter dem Sternenhimmel zu genießen.

Waldeck – historisch, klein und verträumt
Waldeck ist klein, hat 500 Einwohner und ist schnell zu erkunden. Der Weg führt als erstes in die Pfarrkirche Nepomuk, die von außen sehr schlicht ist. Beim Eintritt ist man von der barocken Pracht im Kirchenschiff total überwältigt. Das Kirchenschiff ist wirklich ein Juwel, Asam-Schüler haben die Kirche gestaltet.

Gaststätte „Zum Hirschen“ – hier ist die Welt noch in Ordnung
Schräg gegenüber der Kirche ist die Gastwirtschaft „Zum Hirschen“. In der fünften Generation seit etwa 1780. Die Gaststätte war am Anfang eine Taverne, in der man Pferde wechseln konnte. Luise Merkl und Kajetan. Merkl haben sich vor 50 Jahren beim Tanzen in Schnaitenbach kennengelernt. Ihre Tochter Elisabeth Zintl hat die Hollerhöfe gleich nebenan. Beliebt ist der Sauer- und Schweinsbraten mit Kartoffelknödel. Am Sonntag kommen nach wie vor nach der Kirche die Männer des Dorfes zum Frühschoppen vorbei.

Burgruine Waldeck
Auf dem 641 Meter hohen Schlossberg überragt heute dominant die Waldecker Burgruine alles, sie zählt zu den ältesten Burgen der Oberpfalz. Die ehemaligen Landgrafen Pettendorf-Lengenfeld haben wahrscheinlich die Wehranlage gebaut. Gebhard von Leuchtenberg erbte die Burg. 1283 wurde die Burg an den Wittelsbacher „Ludwig der Strenge“, Herzog in Bayern und Pfalzgrafen verkauft. Die Burg ging durch verschiedene Hände. Im Spanischen Erbfolge Krieg ließ Kaiser Joseph I. l1704 die Burg belagern und anschließend  zerstören. Sie wurde wieder aufgebaut und brannte 1794 bei einem Gewitter ab. Das Dorf, das damals auch oben auf dem Hügel lag, brannte mit ab. Nach dem Brand wurde das Dorf an der Handelsstraße im Tal wieder aufgebaut. Es gab keine großen Gutshöfe, sondern nur kleine landwirtschaftliche Gehöfte – sogenannte Ackerburger Häuser – mit fünf bis sechs Kühen, die im hinteren Teil des Wohnhauses standen und eine Futterscheune gehörte dazu. Die Burgruine wird seit 1982 wieder ausgegraben und restauriert. Heute finden im Sommer Theaterfestivals im Burghof statt.

Rund um die Burgruine Waldeck und den Höllerhöfen gibt es zahlreiche Wandermöglichkeiten. Mehr dazu erfährt man auf wanderfreak.de.

Kontakt
Oberpfalz Tourismus www.ostbayern-tourismus.de
Waldeck Tourismus www.oberpfaelzerwald.de
Hotel Hollerhöfe www.hollerhoefe.de
Landgasthof Zum Hirschen www.landgasthof-zum-hirschen.de
Naturerlebnis Akademie www.naturerlebnis-akademie.de
Kräuterführerin Regina Herrmann für Kräuterwanderungen, Kräuterstuben und Kochkurse www.kraeuterstubn.de, www.onetz.de/erbendorf
Andreas Büttner, Waldbaden-Führer www.amb-relax.de
Naturerlebnis-Akademie www.naturerlebnis-akademie.de

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Jörg Bornmann