Weingut Arrighi auf Elba

Ein ganz besonderen Weingut und ein besonderer Winzer. In den Hügel hinter der Bucht von Porto Azzurro auf Elba treffen wir Antonio Arrighi - (c) Jörg Bornmann

Elba blickt auf einen lange Weinbau-Tradition zurück. In der Spitze standen auf der toskanischen Insel über 3.000 Hektar unter Reben. Bereits Etrusker und Römer brachten den Weinbau auf die „insula vini ferax“, der Insel reich an Wein. Und vor Elba findet man noch heute zahlreiche Schifffracks aus römischer Zeit, die mit ihrer kostbaren Weinfracht vor Elba sanken. Davon zeugen noch immer die Amphoren auf dem Meeresgrund. Heute reifen auf etwa 400 ha. Trauben in einer Höhe von 10 bis 400 m über dem Meer.

6 ha (Rebfläche, 9 ha gesamt) gehören zu einem ganz besonderen Weingut in den Hügel hinter der Bucht von Porto Azzurro. Das Weingut blickt auf eine lange Geschichte zurück, hatte aber in den 1970er Jahren einen historischen Tiefpunkt, als nur noch 2 ha bewirtschaftet wurden. „Wir begannen eigentlich bei Null, auf einem halben Hektar Versuchsfläche um neue Rebsorten auf die Verträglichkeit mit Böden und Klima zu testen,“ so Antonio Arrighi, „auf Grundlage der gewonnenen Ergebnisse konnten wir nach 10 Jahren!!! einen Teil der neu zu bestückenden Rebflächen mit neuen Rebsorten zu bepflanzen.“

Die Weinberge des Weinguts Arrighi liegen auf Eisen- und Tonböden und streben mit einer südöstlichen Ausrichtung der Sonne entgegen. Die angebauten Rebsorten kann man in die traditionellen Reben Elbas wie Procanico (Trebbiano Toscano), Ansonica, Biancone e Riminese (Vermentino) als weiße und Sangioveto, Tintiglia (Alicante) und der inzwischen auch international hochgelobte Aleatico als rote Rebsorten und internationalen Rebsorten, für die man sich, wie bereits erwähnt, nach zehnjährigen Versuchsreihen in Zusammenarbeit mit Dr. Storchi der C.R.A. (Forschungseinheit für Weinbau) entschied, unterscheiden. Im weißen Bereich sind dies Chardonnay, Manzoni und Viognier. Die ‚neuen‘, roten Rebsorten sind Syrah, Sagrantino und Tempranillo.

Verkostungstipp: SILOSO’ ELBA ALEATICO PASSITO D.O.C.G. ROSSO (100% Aleatico, die Trauben werden traditionell zwischen 10 und 14 Tagen im Freien auf Gittern getrocknet, bevor sie im Stahltank bei einer Maischstandzeit von 6-8 Tagen fermentiert werden) Der Elba Aleatico Passito ist der einziger DOCG (Denominazione di Origine Controllata e Garantita) der Insel Elba. Als Dessertwein wird er oft mit Gebäck gereicht. Der Passito von Arrighi ist jedoch so vielschichtig im Geschmack, dass er als Begleiter zu Gebäck fast zu schade ist. Auf alle Fälle solo probieren!!!

Arrighi steht aber auch dafür alte Wege neu zu gehen. So arbeitet man bereits seit über 10 Jahren mit Amphoren und produziert damit ganz besondere Weine. Die Verwendung von Terrakotta zur Herstellung von Wein ist eine alte Praxis, die in den letzten Jahren nicht nur in Italien, sondern weltweit von Weinmachern wiederentdeckt wurde. Doch nur wenige Weingüter setzen diesen Weg so konsequent um wie Antonio Arrighi. „Amphoren aus Terrakotta haben zur Weinherstellung und Lagerung zahlreiche Vorteile“, so Antonio Arrighi“, es hat eine außergewöhnliche Wärmedämmung. Der Wein erleidet während der Lagerung keine übermäßigen thermischen Veränderungen. Aufgrund der Porosität ermöglicht Terrakotta ohne Beschichtung eine intensive Sauerstoffversorgung. Der gute Sauerstoffaustausch sorgt bei den Rotweinen für eine optimale Reifung. Bei Weißweinen, bei denen diese Oxidation meist nicht gewünscht ist, kann man das Terrakotta innen mit Bienenwachs beschichten, erhält aber so alle anderen gewollten Eigenschaften der Amphoren.“

Verkostungstipp: HERMIA VINUM IN AMPHORA BIANCO I.G.T. (Fermentation mit langer Maischestandzeit und Reifung in der Amphore, 100% Viognier), ein wunderbarer Weißwein, der durch seine kräftige Farbe und den Aromen von Pfirsichen und Blütenaromen überzeugt und am Gaumen mit einer wunderbaren Frische überrascht.

In den Sommermonaten ist das Weingut von Montag bis Samstag ganztags und Sonntagvormittag geöffnet. Es ist allerdings ratsam seinen Besuch vorher anzukündigen. Ein besonderes Erlebnis ist das Weinberg-Trekking. Eine geführte Wanderung durch die Weinberge und Olivenhaine des Weinguts mit einer Verkostung inmitten der Rebstöcke ist ein besonderes Erlebnis und man erfährt vieles zum Weinbau auf Elba und im Besonderen über das Weingut Arrighi. Das Weinberg-Trekking wird nach Vereinbarung auch für Kleinstgruppen organisiert.

Infos
Weingut Arrighi (Neben Wein werden auch eigene Olivenöle produziert)
Pian del Monte 1
57036 Porto Azzurro
Tel 0039 335 6641793
www.arrighivigneolivi.it
info@arrighivigneolivi.it

Ein ganz besonderen Weingut und ein besonderer Winzer. In den Hügel hinter der Bucht von Porto Azzurro auf Elba treffen wir Antonio Arrighi - (c) Jörg Bornmann
Die Weinberge des Weinguts Arrighi liegen auf Eisen- und Tonböden - (c) Gabi Vögele
Sie streben mit einer südöstlichen Ausrichtung der Sonne entgegen - (c) Gabi Vögele
Die angebauten Rebsorten kann man in die traditionellen Reben Elbas wie Procanico (Trebbiano Toscano), Ansonica, Biancone e Riminese (Vermentino) als weiße und Sangioveto, Tintiglia (Alicante) und der inzwischen auch international hochgelobte Aleatico als rote Rebsorten - (c) Gabi Vögele
und internationalen Rebsorten, für die man sich nach zehnjährigen Versuchsreihen in Zusammenarbeit mit Dr. Storchi der C.R.A. (Forschungseinheit für Weinbau) entschied, unterscheiden - (c) Gabi Vögele
Im weißen Bereich sind dies Chardonnay, Manzoni und Viognier. Die ‚neuen‘, roten Rebsorten sind Syrah, Sagrantino und Tempranillo - (c) Gabi Vögele
Das Weingut blickt auf eine lange Geschichte zurück, hatte aber in den 1970er Jahren einen historischen Tiefpunkt, als nur noch 2 ha bewirtschaftet wurden - (c) Gabi Vögele
„Wir begannen eigentlich bei Null, auf einem halben Hektar Versuchsfläche um neue Rebsorten auf die Verträglichkeit mit Böden und Klima zu testen,“ so Antonio Arrighi, „auf Grundlage der gewonnenen Ergebnisse konnten wir nach 10 Jahren!!! einen Teil der neu zu bestückenden Rebflächen mit neuen Rebsorten zu bepflanzen.“ - (c) Jörg Bornmann
Arrighi steht aber auch dafür alte Wege neu zu gehen. So arbeitet man bereits seit über 10 Jahren mit Amphoren und produziert damit ganz besondere Weine - (c) Gabi Vögele
Die Verwendung von Terrakotta zur Herstellung von Wein ist eine alte Praxis, die in den letzten Jahren nicht nur in Italien, sondern weltweit von Weinmachern wiederentdeckt wurde - (c) Gabi Vögele
Doch nur wenige Weingüter setzen diesen Weg so konsequent um wie Antonio Arrighi. So werden Trauben ungepresst zur Fermentierung in die Amphoren gegeben - (c) Gabi Vögele
Verkostungstipp: HERMIA VINUM IN AMPHORA BIANCO I.G.T. (Fermentation mit langer Maischestandzeit und Reifung in der Amphore, 100% Viognier) - (c) Gabi Vögele
ein wunderbarer Weißwein, der durch seine kräftige Farbe und den Aromen von Pfirsichen und Blütenaromen überzeugt und am Gaumen mit einer wunderbaren Frische überrascht - (c) Gabi Vögele
Verkostungstipp: SILOSO’ ELBA ALEATICO PASSITO D.O.C.G. ROSSO (100% Aleatico, die Trauben werden traditionell zwischen 10 und 14 Tagen im Freien auf Gittern getrocknet, bevor sie im Stahltank bei einer Maischstandzeit von 6-8 Tagen fermentiert werden) - (c) Gabi Vögele
Ein besonderes Erlebnis ist das Weinberg-Trekking. Eine geführte Wanderung durch die Weinberge und Olivenhaine des Weinguts mit einer Verkostung inmitten der Rebstöcke - (c) Gabi Vögele
Antonio Arrighi geht immer wieder neue Wege, so testet er im Momet in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern, ein Verfahren der Etrusker zur Weingewinnung - (c) Gabi Vögele

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Jörg Bornmann