Fest der Heiligen Barbara

In Eisenerz bei Leoben in der Hochsteiermark wird der Namenstag der Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, gefeiert. Nach der Messe gibt es Barbaragulasch und Barbarabier.

Zum Geläut der Kirchenglocken gehen die Bergleutehinter der Bergmannskapelle in Eisenerz die vielen, steilen Stufen zur Wehrkirche hinauf. Beim Einzug in die St. Oswald Kirche singt der Bergmannschor „Heb die Augen zu den Bergen“ und „Glück auf“, ein Bergmannslied. Dann beginnt die Messe zur Feier der Heiligen Barbara als ökumenischer Gottesdienst, katholisch und evangelisch. Die Messe ist eine Danksagung an die Schutzpatronin, die das ganze Jahr über die Bergleute unter Tage vor Unglück bewahrt hat und auch für das nächste Jahr vor Unglück bewahren soll.

Heilige Barbara
Die Heilige Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute. „Sie war die Tochter eines heidnischen Königs Dioskuros „Sohn des Zeus“ in Kleinasien. Das war zu der Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Decius in den Jahren 249-251. Barbara war eine schöne und kluge Frau, viele Männer hielten um ihre Hand an. Doch Barbara wurde von Christen, die sich zu der Zeit der Christenverfolgung heimlich trafen zum Christentum bekehrt. Ihr Vater ließ sie wegen ihrer Schönheit in einem Turm einsperren. Sie ließ an ihrem Turm ein drittes Fenster anbringen, als Symbol für die Dreifaltigkeit. Ihr Vater versuchte vergeblich Barbara vom Christentum wieder abzubringen und verurteile sie zum Tode. Barbara jedoch konnte in die Berge fliehen. Ein Felsen öffnete sich und Barbara fand dort Schutz. Barbara wurde jedoch von Hirten verraten und zu ihrem Vater zurückgebracht. Ihr Vater ließ sie foltern und enthauptete sie selbst. Bei ihrer Enthauptung soll Blut auf einen nahestehenden Kirschbaum gespritzt sein und dieser soll sofort zu blühen angefangen haben. Davon stammt der Brauch am 4. Dezember, am Namenstag der Barbara, Obstzweige – Barbarazweige – ins Wasser zu stellen. Wenn diese Zweige genau am 24. Dezember blühen, dann bringt das Glück oder jemand heiratet in der Familie im nächsten Jahr. Aber Dioskuros wurde bestraft, er wurde vom Blitz erschlagen und verbrannte.

29 Knöpfe für 29 Jahre
Die Bergleute tragen weiße Jacken, denn weiß war die Farbe unter Berg, damit sie sich bei dem wenigen Licht besser sehen konnten. An der Jacke gibt es 29 Knöpfe, denn die Heilige Barbara wurde 29 Jahre alt. Drei Jahre war die Heilige Barbara eingesperrt, deshalb bleiben immer die letzten drei Knöpfe an der Jacke offen. Auch der schwarze Bergkittel hat 29 Knöpfe. Zur Kleidung der Bergleute gehört auch das Bergmannsleder – das Arschleder. Das Leder diente zum Rutschen in das Bergwerk und als Schutz vor Kälte und Feuchtigkeit bei ihrer oft sitzenden Tätigkeit.

Nach der Kirche ziehen die Bergleute wieder zurück zum Gewerkschaftshaus. Der Bergmannschor singt noch ein paar Lieder und die Bergmannskapelle spielt ein paar Stücke und verbreitet damit eine festliche Stimmung. Dann heißt es „Abtreten zum Frühschoppen“.

Barbaragulasch und Barbarabier
Nach dem Auftakt der Fanfarenbläsern und dem Lied „Der Bergmannsstand sei hoch geehret“, das stehend gemeinsam gesungen wird, beginnt die Feier. Das würzige Barbaragulasch und das Barbarabier werden serviert. Das Barbarabier wird speziell für diesen Tag gebraut.

Der Ledersprung
Mit dem Ledersprung werden Bergmänner, die sich um die Montanwesen verdient gemacht haben in den Bergmannsstand aufgenommen. Die Prüfung ist ein ritueller Festakt während der Barbarafeier. Der erste Teil der Prüfung, die auf der Bühne im Gewerkschaftshaus stattfindet, ist die Befragung zum Beruf des Bergmanns. Der zweite Teil besteht aus einer Trinkprobe, ein Glas Barbarabier muss in einem Zug ausgetrunken werden. Der dritte Teil der Prüfung ist der Sprung über das Bergmannsleder, das soll Mut symbolisieren.

Bergbau in Eisenerz
Seit dem 11. Jahrhundert wird am Erzberg Eisenerz abgebaut. Im 19. Jahrhundert erlebte die Eisengewinnung durch die Initiativen von Erzherzog Johann einen großen Aufschwung. 1986 wurde der Untertageabbau eingestellt, zwei Jahre später wurde in einem Stollen ein Schaubergwerk eingerichtet. Heute ist es der größte Eisenerztageabbau Europas.

Kontakt
Tourismusregionalverband Hochsteiermark, Wiener Straße 46, A-8600 Bruck an der Mur, Tel.: +43-3862- 55020, tourismus@hochsteiermark.at, www.hochsteiermark.at,
Eisenerz bei Leoben www.eisenerz.at

 

Über den Autor

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Gabi Dräger

Wo findet man Gabriele Dräger in den Bergen? Natürlich in einer Alm bei einer Brotzeit., denn Almen mit guter Küche ziehen sie magisch an. Gipfel nimmt sie auch hin und wieder mit. So hat sie einige 5.000er beim Trekking in Süd Amerika und Nepal, bestiegen. Ihre Hochleistung war der Kilimandscharo mit 5.895 Meter. Kultur und Brauchtum faszinieren sie genauso, wie Städte und Kunstausstellungen. Obwohl sie gerne in urigen Berghütten übernachtet ist sie dem Luxus von guten Hotels nicht abgeneigt.