Greenpeace-Kommentar zum gescheiterten Antrag auf Glyphosat-Neuzulassung

Die Europäische Kommission und EU-Staaten wie Großbritannien und Spanien sind erneut daran gescheitert, eine Neuzulassung für das wahrscheinlich krebserregende Glyphosat durchzuboxen. Auch der heute vorgelegte Vorschlag einer Neuzulassung des Unkrautvernichters für fünf statt wie bisher zehn Jahre bekam keine Mehrheit. Greenpeace begrüßt das Ergebnis und fordert ein vollständiges Verbot des umstrittenen Pflanzengifts. Zudem hat Landwirtschaftsminister Christian Schmidt einen Brief an den zuständigen EU-Kommissar geschrieben, in dem er eine Zustimmung Deutschlands zu einer Neuzulassung von Glyphosat für drei Jahre in Aussicht stellt.

Es kommentiert Greenpeace-Landwirtschaftsexpertin Christiane Huxdorff:
„Dieses Abstimmungsergebnis ist ein weiterer großer Erfolg für die europaweite Bewegung gegen Glyphosat. Doch auch Deutschland hätte für ein Verbot stimmen müssen. Schließlich gibt es starke Hinweise darauf, dass Glyphosat krebserregend ist und Mitgrund für das drastische Artensterben ist. Es ist eine Frechheit, dass sich der noch amtierende Landwirtschaftsminister Christian Schmidt ohne Abstimmung beim amtierenden Kommissar für eine Verlängerung ausspricht.

Wir brauchen jetzt eine Agrarwende hin zu mehr Verantwortung für den Schutz der Menschen und der Umwelt. Die künftige Bundesregierung muss sich dementsprechend für ein nationales wie europäisches Verbot von Glyphosat stark machen.“

Über den Autor

Bild des Benutzers Jörg Bornmann
Jörg Bornmann