Kunst und Küche im Kunsthistorischen Museum Wien

Das Kunsthistorische Museum Wien ist eines der bedeutendsten Museen der Welt. Es gibt nichts Schöneres, als nach einem Kunstmarathon im historischen Ambiente die gute Wiener Küche zu genießen.

Schon der Eintritt in die Eingangshalle des Kunsthistorischen Museums Wien ist mit der enormen Raumhöhe, dem breiten Treppenaufgang, den vielen Säulen und den Arkaden so beeindruckend, dass man erst einmal erstaunt stehen bleibt. Oberhalb der Eingangshalle in zwölf Metern Höhe sieht man einen Bilderzyklus mit dreizehn Gemälden von Gustav Klimt und seine Malerkollegen. Kaiser Franz Joseph I. hatte dem damals jungen Maler den Auftrag erteilt. Das Kunsthistorische Museum sieht eher wie ein Schloss aus, es wurde von Kaiser Franz Joseph I. als Schatzkammer für die Sammlungen der Habsburger gebaut.

Der erste Schritt führt in die Gemäldesammlung, hier gibt es die größte Bruegel Sammlung der Welt. Eines der ersten Winterbilder das in Europa gemalt wurde, ist von Bruegel das Gemälde „Jäger im Schnee“. Beim Betrachten spürt man förmlich die klirrende Kälte. Auf einem anderen Gemälde „Bauernhochzeit“ wird der fröhlichen Hochzeitsgesellschaft gerade das Essen serviert und beim „Turmbau zu Babel“ sieht man den verzweifelten Versuch der Menschen, einen Turm bis zum Himmel zu bauen.

Es gibt kein Museum auf der Welt, das so viel Sitzmöglichkeiten in einer Ausstellung hat. In der Gemäldegalerie gibt es viele Sofas, da kann man sich ganz bequem hinsetzen und ganz in Ruhe und entspannt die Kunstwerke und auch das Publikum betrachten.

Maler der Renaissance
Tizian gilt als einer der bedeutendsten venezianischen Maler des 16. Jahrhunderts, der Zeit der Hochrenaissance. Sein Gemälde die Zigeunermadonna von 1512 zeigt eine für die Renaissance außergewöhnliche Madonna mit dunklen Haaren und einem dunklen Teint. Albrecht Dürer ist einer der berühmtesten Maler Deutschlands, er gehört auch zur Renaissance. Er malte so naturgetreu wie möglich, er war darin meisterhaft. Beeindruckend ist sein Gemälde „Bildnis einer jungen Venezianerin“, das er in Venedig gemalt hat. Raffael ist ein Maler der Hochrenaissance, sein Gemälde „Madonna im Grünen“, ist aus dem Jahr 1506 und zeigt Maria in einer Landschaft mit dem Christuskind und Johannes dem Täufer.

Kunst nichts als Kunst
Ein geheimnisvoller Maler war Jan Vermeer, er hat nur 35 Bilder in seinem Leben gemalt. Von ihm weiß man nur wenig. Im Museum wird das Bild „Malkunst“ gezeigt.

Der flämische Barockmaler Peter Paul Rubens war schon zu Lebzeiten berühmt und auch reich. Das Kunsthistorische Museum Wien besitzt 40 Gemälde. Das „Haupt der Medusa“, zeigt ein furchterregendes Gesicht mit Schlangen. Ein spätes Selbstbildnis gehört neben „Pelzchen“ zu den Highlights. „Pelzchen“ zeigt Rubens zweite Frau, die in einen Pelz um die Hüften trägt.

Ein Tintoretto Gemälde zeigt, „Susanne im Bade“. Susanne sitzt nackt im Garten und bereitet sich auf ein Bad vor. Sie wird dabei von zwei alten Männern beobachtet. In der biblischen Erzählung lauern die Männer Susanna auf, damit sie sich ihnen hingeben soll. Susanna weigert sich. Enttäuscht und verärgert klagen die zwei Männer Susanna vor Gericht des Ehebruchs an. Sie wird zum Tode verurteilt. Doch der Prophet Daniel beweist die Unschuld Susannas und die zwei Männer werden hingerichtet. Caravaggio hat auf dem Gemälde die „Rosenkranzmadonna“, eine Person im Vordergrund mit schmutzigen Füßen gemalt, was damals ein Skandal war. Er ist der Meister des dramatischen Hell-Dunkel-Kontrasts. Caravaggio lässt Unwichtiges auf dunkler Leinwand fast verschwinden und lässt das Thema mit Helligkeiten magisch aufleuchten.

Velasquez war Hofmaler des spanischen Königs. Ein Gemälde von ihm zeigt eine Tochter des Königs, die Infantin. „Margarita Teresa im blauen Kleid“.

Kunstkammer mit dem größten Schatz
Das wohl bekannteste und wertvollste Kunstwerk in der Ausstellung ist die „Saliera“ die Benvenuto Cellini für den französischen König Franz I. herstellte. Es ist ein Meisterwerk der Renaissance. „Saliera“ bedeutet Salzfass“ – es ist ein Salz- und Pfefferfass, allerdings in einer fürstlichen Ausführung. Das kleine Boot ist das Salzfass und das kleine Tempelchen mit dem Wappen des französischen Königs war für das schwarze Gold der Erde, den teuren Pfeffer bestimmt. Die Saliera hat an der Unterseite Kugeln um sie über den Tisch zu rollen. Die „Saliera“ ist seit dem 16. Jahrhundert im Besitz der Habsburger.

Ägyptisch-orientalische Sammlung
In dieser Sammlung zeugen Grabbeigaben, Sarkophage, Papyri, Inschriften und Reliefs den Alltag im alten Ägypten. Plastiken und Inschriften bilden den Kern der Orientalischen Sammlung.

Antikensammlung
In der Antikensammlung sind Skulpturen, Bronzen, Statuetten, Vasen, Gläsern und Goldschmiedearbeiten aus der Zeit vom 3. Jahrtausend v. Chr. bis um 1000 n. Chr. ausgestellt, sie gehört in seiner Vielfalt zu den bedeutendsten seiner Art.

Kunst und Kaffee
Zum Entspannen der Beine gibt es einen Cappuccino im Café & Bistro im Museum. Von hier hat man einen grandiosen Überblick auf die Kuppelhalle. Nach einem Kunstmarathon ist ein „Alt Wiener Suppentopf“, das ist eine klare Rinderbrühe mit gekochtem Rindfleisch, Suppengemüse, Fadennudeln oder eine kräftige Rindsboullion mit Grießnockerl und frischem Schnittlauch gerade richtig. Wer eine Kleinigkeit essen möchte, der kann sich für ein Leberkäs’ Brot, einen Low Carb Vital Burger oder die klassischen Wiener Sacherwürstel mit Kren entscheiden. Für den großen Hunger steht in Wien natürlich ein klassisches Wiener Schnitzel mit Petersilerdäpfeln oder ein Wiener Rindsgulasch auf der Speisekarte. Ohne eine Mehlspeise geht in Wien gar nichts, da fällt einem die Wahl schwer zwischen einem warmen Apfel- oder Topfenstrudel oder einem Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster. Ein ganz genüssliches Highlight ist ein vier Gänge Menü das an einem Abend im Café und Restaurant serviert wird. Während der Essenspausen darf man sich die Kunst in den Sälen ansehen.

„Kunstschatzi“ – Cocktailbar & DJ-LineUp in der Kuppelhalle
Die Kuppelhalle im Kunsthistorischen Museum Wien wird regelmäßig in eine spektakuläre Cocktailbar verwandelt. In der prachtvollen Szene mit Kunst gibt es zu moderner Musik auch edle Drinks. Der Barkeeper Tom Sipos kreiert speziell für das jeweilige Motto des Abends einen köstlichen Cocktail und für die passende Musik sorgen junge und angesagte DJs.

Kontakt
Wien Tourismus www.wien.info
Kunsthistorisches Museum Wien www.khm.at, www.tourism.khm.at, www.khm.at/besuchen/besucherinformation/oeffnungszeiten-eintrittspreise/
Café und Restaurant im Kunsthistorischen Museum Wien www.genussimmuseum.at

 

Über den Autor

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Gabi Dräger

Wo findet man Gabriele Dräger in den Bergen? Natürlich in einer Alm bei einer Brotzeit., denn Almen mit guter Küche ziehen sie magisch an. Gipfel nimmt sie auch hin und wieder mit. So hat sie einige 5.000er beim Trekking in Süd Amerika und Nepal, bestiegen. Ihre Hochleistung war der Kilimandscharo mit 5.895 Meter. Kultur und Brauchtum faszinieren sie genauso, wie Städte und Kunstausstellungen. Obwohl sie gerne in urigen Berghütten übernachtet ist sie dem Luxus von guten Hotels nicht abgeneigt.