Japans Gegensätze neu inszeniert

Im neuesten Kapitel der Stories Pop-up-Kitchen tauchen die Gäste im Heidelberger Palais Prinz Carl in die japanische Alltags- und Esskultur ein - (c) Urban PR

Mit dem Start des siebten Kapitels der erfolgreichen Pop-up-Reihe „Stories“ in Heidelberg beginnt eine neue kulinarische Entdeckungsreise. Das Menü von Zwei-Sterne-Koch Benjamin Peifer überzeugt durch japanische Präzision, Klarheit und eine elegante Handschrift.

Von Tokyos grellen Lichtern bis zu den ruhigen Onsen-Quellen: Im neuesten Kapitel der Stories Pop-up-Kitchen tauchen die Gäste in die japanische Alltags- und Esskultur ein, und das inmitten historischer Mauern. Die Designagentur glatz&glatz hat das Palais Prinz Carl in Heidelberg in ein Wechselspiel aus japanischer Tradition und spannungsreichen Kontrasten verwandelt. Der Restaurantbesuch gleicht einer Expedition – von den vibrierenden Metropolenstraßen Tokyos bis zu den beschaulichen Thermalbädern am Fuße des Fujiyama.

Wie bei den bisherigen Ausgaben des beliebten Stories-Formats der Bliss Group Heidelberg setzt das Team auf überraschende Wendungen im Storytelling. Diesmal beginnt der Abend in einem Supermarkt, der mit einer bunten Vielfalt an Lebensmitteln gefüllt ist – ganz wie in Japan, wo solche Märkte zum Alltag gehören.

Direkt aus dem Kühlregal werden japanisches Bier und Sekt mit Sake serviert, während aus den Lautsprechern energiegeladene Musik schallt. „Wir wollten das Gefühl der sensorischen Überforderung einfangen, das man in den japanischen Großstädten erlebt“, erläutert Wolfram Glatz. So empfängt das Entrée die Gäste laut, farbenfroh und voller Fremdartigkeit. „Gleichzeitig steht der Supermarkt in Japan für eine außergewöhnliche Qualität der Speisen. Das Eiersandwich mit Trüffel, das wir servieren, ist ein Sinnbild dafür.“ Auch die in Japan allgegenwärtige Kawaii-Kultur mit ihren knalligen Maskottchen und übergroßen Manga-Figuren – von Pokemon und Hello Kitty bis hin zu Studio Ghibli und Nintendo – findet sich im Stories-Konzept wieder.

Omakase im Spiegelsaal: Peifers japanische Visionen
Doch hinter dem traditionellen Noren, dem Stoffvorhang, der symbolisch den Übergang von der Straße ins Haus markiert, eröffnet sich eine ganz andere Welt. Im Gastraum erwartet die Gäste ein starker Kontrast: Der historische Spiegelsaal empfängt mit minimalistischer, klarer Gestaltung. Sanftes Licht sorgt für eine ruhige, fast private Atmosphäre. Hier entfaltet Zwei-Sterne-Koch und GaultMillau „Koch des Jahres 2025“ Benjamin Peifer seine Kunst. Zwischen beleuchteten Bonsai-Bäumen und schwarzen Tischen serviert der 38-Jährige eine Quintessenz seiner von der Region inspirierten, modern interpretierten japanischen Küche.

Das fünf Gänge umfassende Menü, ergänzt um einen Zwischengang, steht unter dem Motto „Omakase“ – ein Prinzip, das Peifer auch in seinem Restaurant Intense in Wachenheim lebt: Pfälzer Zutaten treffen auf japanische Präzision und Liebe zur Textur. Im Stories verzichtet er auf große Inszenierungen und konzentriert sich ganz auf die Qualität der Produkte und die Tiefe der Aromen. Jeder Gang überzeugt mit komplexen Geschmacksbildern, feinen Rauchnoten, ausgewogener Säure und intensivem Umami. Der Abend beginnt etwa mit Kingfisch aus Völklingen als „Okonomiyaki“, gefolgt von klassischer Ramen-Suppe und anschließend japanischem Rind mit Perigord-Trüffel, Ponzu und schwarzem Knoblauch. Die Getränkebegleitung reicht von exzellenten deutschen Weinen über Sake bis hin zu alkoholfreien Pairings und unterstreicht die Aromenvielfalt der Gerichte. So entsteht ein Abend, der Peifers Intense-Küche in verdichteter, persönlicher Form im außergewöhnlichen Stories-Ambiente neu interpretiert.

Gemeinschaft, Genuss und Kultur im Mittelpunkt
„Mit unserem Interieur wollten wir das in Japan so geschätzte Gemeinschaftsgefühl aufgreifen. Das zeigt sich darin, dass die Gäste immer in irgendeiner Form mit anderen zusammensitzen – sei es an der klassischen Sushi-Theke oder an langen Tafeln“, erklärt Glatz. Die japanische Reise wäre jedoch nicht komplett ohne ein traditionelles Karaoke-Erlebnis: Vor dem Hauptgang sind die Gäste eingeladen, sich im Keller des Palais zu versammeln und gemeinsam zu singen. Dieses lockere Beisammensein, das gemeinsame Singen in der Karaoke-Bar, verstärkt das Gefühl von Gemeinschaft und macht den Abend zu einem besonderen Erlebnis.

Erfolgskonzept lebt von Mundpropaganda
Noch bis Mitte Mai bietet sich mit dem Stories von Mittwoch bis Samstag die Gelegenheit, für rund vier Stunden in japanische Welten einzutauchen. Swen Schmidt, einer der vier Geschäftsführer der Bliss Group, ist schon jetzt zufrieden mit der Resonanz: „Die ersten Wochen unserer neuen Spielzeit sind bereits bis auf einige Termine ausgebucht. Wir profitieren jetzt auch viel von positiver Mundpropaganda, denn die Neugier auf das neue Konzept ist jedes Jahr groß.“ In den letzten Jahren gastierte die Stories Pop-up-Kitchen bereits 2019 unter dem Motto „Alice im Wunderland“ im Palais, später in einem leerstehenden Spielwarenkaufhaus von Toys „R“ Us, in Deutschlands größter Streetart-Halle sowie zuletzt im ehemaligen Springer Verlagsgebäude mit dem Thema „Disco der 70er und 80er“. Die Bliss Group, deren Flagschiff das Neo in Heidelberg ist und die ebenso zu den profiliertesten Caterern der Region gehört, feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum.

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Über den Autor*Innen

Jörg Bornmann

Als ich im April 2006 mit Wanderfreak an den Start ging, dachte noch keiner an Blogs. Viele schüttelten nur ungläubig den Kopf, als ich Ihnen von meinem Traum erzählte ein reines Online-Wandermagazin auf den Markt zu bringen, welches eine hohe journalistische Qualität aufweisen kann, eine Qualität, die man bisher nur im Printbereich kannte. Mir war dabei bewusst, dass ich Reisejournalisten und Spezialisten finden musste, die an meine Idee glaubten und ich fand sie.